Bands:

Volbeat + Clutch
Location: Jahrhunderthalle Frankfurt

Datum:

31.10.2011
Tour: „Live from beyond Hell and above Heaven“ Tour 2011

 

Kaum zu glauben, aber wahr: Volbeat reiten immer noch auf der Bugwelle des Erfolges. Das aktuelle Album „Beyond Hell / Above Heaven“ verkauft sich nach wie vor wie geschnitten Brot, die zweite große Europatour zum Album ist wieder allerorts ausverkauft und demnächst erscheint die zweite Live-DVD. Das nennt man dann wohl rosige Aussichten…

Man bekommt fast schon das Gefühl, dass die Dänen eine regelrechte Narrenfreiheit genießen, was sich nach diesem Konzert sicher nicht ändern wird. Davon profitieren auch regelmäßig diejenigen Acts, die zu den Favoriten der Musiker gehören und von diesen in die großen Hallen mitgenommen werden. Diesmal haben die Stoner Rocker CLUTCH das Glück auf ihrer Seite und so cool die kautzigen Groove-Monster auch sind: In solchen Hallendimensionen haben sie sich in den vergangenen zwanzig Jahren sicher noch nicht präsentiert und werden es vermutlich auch nicht mehr. Womit ich dem Kleeblatt aus Germantown, Maryland sicher nicht unterstellen möchte, dass es ihrer Mucke an Qualität mangelt, im Gegenteil halte ich sogar große Stücke auf die Burschen. Nur ist man eben von der Massentauglichkeit der heutigen Headliner doch eine oder zwei Klassen entfernt. Die Flinte werfen der passionierte Vollbartträger Neil Fallon und seine Kollegen trotzdem nicht ins Korn, sondern zocken sich lieber mit leicht glasigen Augen durch ihre Dreiviertelstunde. Wer bei diesen Songs nicht ins Kopfnicken und Fußwippen gerät, dem ist nicht mehr zu helfen. Wirkliche Euphorie will bei den ca. 4.500 Zuschauern zwar nicht aufkommen, aber man ist den Amis dennoch wohl gesonnen. Bei der Macht von sprichwörtlichen „50.000 Unstoppable Watts“ kein Wunder.

Erst recht nicht aufzuhalten sind danach die Hausherren VOLBEAT. Denen fliegen die Herzen schon in der Umbauphase zu, während derer die Bühne von einem großen Vorhang samt Bandlogo verhüllt wird. Als selbiger endlich fällt, wird’s erst mal richtig laut im weiten Rund und Band und Fans sind sofort auf Betriebstemperatur. Man kennt und schätzt einander, ein vorsichtiges Abtasten ist natürlich unnötig, während die ersten Hitgranaten bereits in der rappelvollen Halle detonieren. Sparen müssen Michael Poulsen und Co. mit selbigen nicht, denn einen wirklich schwachen Song gibt’s in der Diskografie der Kopenhagener schlicht nicht. Dafür umso mehr Gassenhauer wie „Sad Man’s Tongue“, das gleichermaßen unvermeidbar wie unverzichtbar ist. Heute hat es auch die Halbballade „Mary Ann’s Place“ ins Set geschafft, was gut ankommt, bevor es wieder ordentlich Wasser auf die Mühlen gibt mit „A New Day“, „The Garden’s Tale“ und „The Human Instrument“. Die völlige Ekstase flacht zwischendurch zwar für ein paar Minuten ab, aber scheinbar haben die Voldudes und Volbabes nur kurz die Akkus aufgeladen, um beim Popowackler „Still Counting“ wieder voll da zu sein und alle Arme in die Luft zu reißen. Die Stimmung ist auch beim anschließenden „Thanks“ prächtig, Michaels Gattin bekommt sogar ein Küsschen von ihrem Liebsten, während sie wie ein Dutzend Fans mit der Band gemeinsam auf der Bühne abrocken darf. Mancher wirkt dabei zwar etwas hölzern, aber es kann ja nicht jeder so eine Rampensau sein wie Gitarrist Thomas Bredahl, der bei „Radio Girl“ zwar nur jeden zweiten Ton trifft, damit aber beweist, dass Rock N Roll keinerlei Anspruch auf Perfektion hat. Die Zugabe leitet Flirtmeister Poulsen dann mit einem satten „Let’s get ready to rumble“ ein und es folgt – na klar – „A Warrior’s Call“. Bei „Fallen“ geht dank Video-Airplay sogar noch mehr und als Abschiedsständchen setzt es nach knapp 100 Minuten noch „Pool of Booze, Booze, Booza“ vom Debüt.
 

Bleibt die Frage wo diese Band eigentlich noch hin will? In Frankfurt käme als nächstgrößere Halle nur noch die „Gud Stubb“ sprich Festhalle in Frage, andernorts wie in Stuttgart hat man diesmal bereits die Schleyerhalle ausverkauft. Sollten uns die Dänen langsam unheimlich werden?

Markus Rutten – www.sounds2move.de

 

Setlist Volbeat:

Find that Soul / Hallelujah Goat
Guitar Gangsters & Cadillac Blood
Mr. & Mrs. Ness
Heaven nor Hell
Sad Man’s Tongue
The Mirror and the Ripper
Mary Ann’s Place
A new Day
The Garden’s Tale
The Human Instrument
Radio Girl
Rebel Monster
Still Counting
Thanks
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A Warrior’s Call
Fallen
16 Dollars
I only wanna be with you
Pool of Booze, Booze, Booza