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Jetzt, da das neue Jahr immerhin schon 2 Wochen auf dem Buckel hat, wird es auch allmählich Zeit die Nackenmuskeln
warm zu bangen
um sich auf die kommenden Konzerte vorzubereiten. Zu diesem Zweck pilgerte ich
am Samstag nach Zürich ins Werk21, wo die 2005 reformierten Excruciation ihr neues Doom / Death Metal Baby "Angels to Some, Demons to Others" tauften.
Als erste Band des Abends betraten Pylon die Bühne, um die Zuschauer mit ihrem sehr coolen und auch rockigen Doom zu unterhalten.
Dabei hatte die Band aber leider mit technischen Problemen zu kämpfen, da sowohl das Mikrofon von Matt (Gitarre und Gesang) wie auch
das von Jan (Bass und Gesang) nicht immer den gewünschten Dienst erbrachte, was zur Folge hatte, dass man den Gesang der beiden teilweise
nur vereinzelt oder auch gar nicht hören konnte. Jedoch ließ sich die Band davon nicht unterkriegen, sondern lieferte fern jeder
Nervosität einen durchwegs soliden und auch schwer unterhaltsamen Auftritt ab bei dem die Songs "2046", "Falling into the Sun", "Warmachine",
"In the Shade" und "To My Brethren" mit einer Livedarbietung berücksichtigt wurden. Zwar hätte angesichts der dargebotenen Qualität
die Publikumsreaktion ein wenig euphorischer ausfallen können, was aber nichts daran änderte, dass Pylon ihrer Aufgabe als erste Band
des Abends vollends gerecht wurden.
Mit Cerperus betrat dann eine Band die Bühne des Werk21, die in ihrer musikalischen Ausrichtung das krasse Gegenteil von Pylon darstellte.
Zelebrierte die Band doch ungestümen Death Metal, der mit einem Höchstmaß an Einsatz vorgetragen wurde und im gleichen Atemzug auch
dementsprechende Publikumsreaktionen provozierte. Frontgrunzer Stefan Borer tobte wie von der Kette gelassen über die Bühne,
während der Rest der Band ihm in nichts nachstand. Zwar schlich sich nach einer Weile eine gewisse Monotonie ein, was vor allem daran lag,
dass sich einige Songs doch sehr ähnelten. Nichtsdestotrotz sorgten Cerperus mit ihrem Auftritt für eine durchaus gelungene
Stimmung.
Wer nun denkt, dass eine Doom Band die komplett nur aus Frauen besteht keine richtig heftige Musik machen könnte, sondern sich eher in
süßlichen Schmuseklängen verstricken würde, der hat wohl noch nie einen Song von shEver gehört. Denn die schwermütigen Ladys
zelebrierten in ihrem ca. 30-minütigen Set förmlich das düstere Gedankegut, gaben drei Songs zum Besten, die jeden "normalen" Hörer an den Rand des suizidalen Wahns
gebracht hätte. Doch die "metallisch" gestärkten Zuschauer des Abends setzten ihrem Leben kein Ende, sondern genossen regelrecht
die bedrückende Grundstimmung, lauschten den tonnenschweren Gitarrenriffs und dem langsamen aber dennoch präzisen Schlagzeugspiel.
Sängerin Alexandra steigerte sich förmlich in die Songs hinein, durchlebte jede einzelne gesungene Zeile, während Jessie (Gitarre)
und Nadine (Bass) immer wieder in den Gesang miteinstiegen, um den Songs somit eine weitere Nuance zu verleihen. Einzig in Sachen
Klargesang, der ab und zu zwischen die harschen Sangespassagen eingebaut wurde, konnte die Band nicht ganz überzeugen, da es diesem an der
emotionalen Ausdruckskraft mangelte. Jedoch wird dieses Manko in Zukunft sicherlich behoben werden, da shEver mit diesem Auftritt eindrucksvoll
bewiesen, dass sie eine Band mit Zukunft sind.
Als nächster wurde es dann barbarisch, da die Black / Thrash Metal Mannen von Forgotten Chaos die Bühne enterten. Doch der Auftritt gestaltete sich weder chaotisch noch klischeebeladen, sondern die Band zeigte sich vielmehr darauf bedacht einen
präzisen und auch nackenbrecherischen Gig abzuliefern. Mit routiniertem Können holzten Forgotten Chaos ihre Songs nieder, die
allesamt vom Album "Victorious among the Damned" stammten, während vor der Bühne die Haare auf das heftigste durch die Luft gewirbelt wurden.
Dadurch verwandelte sich das Werk21 innerhalb von kürzester Zeit in eine schweißtreibende Sauna, in der sowohl die Band wie auch die
Zuschauer einiges an Körperflüssigkeit ausschwitzten. Alles in allem lieferten Forgotten Chaos mit ihrem Auftritt somit das erste
"große" Highlight des ohnehin schon gelungenen Abends ab, wodurch die halbe Stunde Spielzeit auch wie im Fluge verging.
Nachdem das Publikum nun so richtig aufgewärmt war, war es nun an der Zeit alle Kraftreserven zu bündeln und den Nacken auf
"Extrem Headbang" Modus zu stellen, da nun die Stunde von Excruciation schlug. Und die Band enttäuschte keinen der angereisten Fans,
sondern lieferte sowohl musikalisch wie auch showtechnisch einen erstklassigen Auftritt ab. Schon alleine die Idee als Eröffnung eine
gleichermaßen attraktive wie auch mutige Lady auf die Bühne zu schicken, die auf ihrem Rücken ein blutiges Fake-Tattoo
zur Schau stellte und somit das Albumcover der aktuellen Scheibe
nachstellte, sorgte unter dem Publikum für einige offene Münder. Aber auch
der Auftritt selbst war nicht
arm an Showeinlagen, wobei vor allem Bassist D.D. die Aufmerksamkeit auf sich zog. Glich dieser doch dank eines sehr gelungenen Make-Ups
eher einem Zombie der so auch direkt aus einem George A. Romero Film stammen könnte, was aber nicht bedeuten soll, dass er nur statisch da stand,
sondern er ließ sprichwörtlich den Zombie, äh, ich meine natürlich die Sau raus. Und wenn wir schon beim Thema "Sau rauslassen" sind,
so darf auch Sänger Eugenio nicht unerwähnt bleiben, der sich auf der Bühne total verausgabte und gleichzeitig aber auch den sympathischen
Frontmann gab. Songtechnisch kamen sowohl alte wie auch neue Stück zu ihrem Recht, wobei die Band geschickt zwischen Death Metal Härte
und Doom Schwermütigkeit hin und her pendelte was wiederum vom Publikum mit begeisterten Reaktionen goutiert wurde. Halten wir an dieser
Stelle somit fest, dass Excruciation ihre neue CD "Angels to Some, Demons to Others" mit einem extrem gelungenen Auftritt tauften und,
dass sich die Band den abschließenden stürmischen Applaus somit auch redlich verdient hatte.
Nando Rohner - http://www.sounds2move.de/ /
15.Januar 2007
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