Festivalbericht zum Metalfest Germany 2011

 

Wacken, so wie es früher ein mal war... So in etwa lässt sich mein Eindruck vom Metalfest Deutschland zusammenfassen, welches Ende Mai in Dessau über die Bühne ging. Drei Tage Metal pur mit zum Teil erstklassigem Billing und überwiegend gemütlicher Atmosphäre. Neben dem perfekten Wetter (nur der Staub war etwas nervig und hat bei mir mehrfach Nasenbluten verursacht) überwiegen die positiven Eindrücke eindeutig: ein Zwei-Bühnen-Konzept mit gut aufgeteiltem Areal, ein Zuschaueraufkommen (ca. 10.000), das für gute Stimmung sorgt aber von einem Massenauflauf weit entfernt ist und eine alles in allem recht gut funktionierende Organisation. Auch die von vielen gescholtene Ansagerin Audrey, die die meisten Bands auf der Hauptbühne und einige auf der Nebenbühne angekündigt hat, fand ich eher positiv. Ein wenig Kontakt zwischen Veranstalter und Publikum darf es ruhig sein. Ein paar Kritikpunkte gibt es natürlich auch: Toiletten waren (vor allem auf dem Festivalgelände) Mangelware, und der Metalmarkt hätte auch größer sein können. Außerdem werden Sicherheitskontrollen ad absurdum geführt, wenn direkt vor der Bühne Faustgroße Steine herum liegen. Die Preise sind als durchwachsen zu bezeichnen. Während Bier (3 Euro für 0,4 Liter) im akzeptablen Bereich lag, konnte man auf der sehr abwechslungsreichen Fressmeile vom 2-Euro-Bratwurst-Schnäppchen bis zum 5-Euro-Abzockburger alles vorgesetzt bekommen.
 

Freitag:

 

Musik gab es auch. Diese startete mit Kultasiipi auf der Hauptbühne. Die Berliner Folk/Mittelalter-Band wartete zwar mit massig Frauen, Fellen und Flöten auf, konnte aber dennoch keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Schon etwas solider klangen im Anschluss Purgatory, die mit ihrem schnörkellosen Death Metal die ein oder andere Matte zum Kreisen brachten. Dann war es Zeit für etwas Schweinerock. In anglophilem Bühnenbild zelebrierten die drei Jungs von GUNS OF MOROPOLIS, die nicht etwa aus Memphis, sondern aus Heidenheim kommen, ihren „Metalbilly“. Aus dem Südosten Finnlands kommen Kivimetsän Druidi und sorgten an diesem mäßig warmen aber trockenen Freitag für das erste Highlight. Mit ihrer Mischung aus feiertauglichem Folk und hartem Metal konnten sie nicht nur mich überzeugen. Sicher: Knackpunkt ist immer noch Frontfrau Leeni-Maria Hovila, die nicht nur mit ihren seltsamen Fruchtbarkeitstänzen, sondern vor allem mit ihrem Jodelgesang für unterschiedliche Resonanzen sorgt.


[
Guns of Moropolis]

 

Im Anschluss machte ich mich erstmals auf zur Zeltbühne, wo zu früher Stunde vor allem deutsche Nachwuchsbands eine Chance bekamen. Eine davon waren Memoriam aus dem Rheinland, die sich mit ihrem Black Metal mit Keyboardakzenten zwar keinen Innovationspreis verdienten, aber doch eine solide Leistung ablieferten und auch eine halbwegs ansehnliche Menge an Zuschauern vor der Bühne vereinen konnten (was beileibe nicht jede Truppe an diesem Wochenende schaffte). Zurück an der Hauptbühne bildeten sich die ersten größeren Staubwolken, aufgewirbelt vom tobenden Mob, der zu den Klängen von Milking the Goat Machine wild herum pogte. Der Crust/Grindcore ist zwar eigentlich eher unspektakulär, aber das Ziegenimage ist auf jeden Fall einen Hingucker wert. Meinen Respekt haben die Jungs jedenfalls, die die ganze Zeit unter ihren Masken schwitzten. Die Dänen Mercenary konnten im Anschluss weder das Härte- noch das Stimmungslevel halten. Mit neuformierter Mannschaft brachten sie ihren modernen Melodic-Death-Metal aber souverän rüber. Dennoch schaute ich lieber zur Zeltbühne, wo Legio Mortis ihren Dark/Black Metal unters Volk brachten. Dieses war jedoch – wenn man bedenkt, dass die Bayern bereits vier Alben veröffentlicht haben (das letzte sogar mit Unterstützung von Liv Kristine) – nur in sehr überschaubarer Zahl erschienen. Die, die da waren, ließen sich die Stimmung nicht vermiesen und zettelten zur ATC-Coverversion „Around the World“ eine Polonaise an.

 


[Kivimetsän Druidi]

 

Nur geringfügig ernsthafter ging es dann bei Elderich zur Sache, die beweisen wollten, dass es auch im Sauerland Wikinger gibt. Teilweise war mir ihr Pagan Metal aber zu sehr auf billige Stimmungsmache aus. Darum ging ich zurück zur Hauptbühne, um mir den Rest von Destruction zu Gemüte zu führen. Für „Bestial Invasion“ gab es meinerseits zwar einen Nostalgiepunkt, aber dennoch haben die Thrash-Urgesteine ihre beste Zeit wohl hinter sich. Dass kann man von Primordial ganz bestimmt nicht behaupten. Obwohl die Sonne noch ziemlich brannte, legten die Iren mit Hits wie „Empire falls“ oder „The Coffin Ships“, aber auch Songs vom neuen Album „Redemption at the Puritan's Hand“ einen stimmungsvollen Set hin. Insbesondere Sänger Alan zeigte sich trotz massiven Whiskey-Konsums als guter Fronter und heizte die Menge gekonnt an. Nach einer etwas längeren Pause meinerseits war es dann Zeit für die Headliner. Bei Cradle of Filth überraschte vor allem das spartanische Bühnenbild. Nicht einmal ein Banner oder Bandlogo gab es (ob man es beim massiven Einsatz der Nebelmaschine überhaupt gesehen hätte, ist allerdings auch fraglich). Es sollte also nur die Musik sprechen. Dabei fiel auf, dass Dani live wesentlich häufiger seine extreme Keifstimme zum Einsatz bringt, was manche Zuschauer doch etwas abschreckte. Geboten wurde ein Querschnitt aus fast allen Schaffensphasen. Ob “The Principle of Evil made Flesh” vom Debüt, neue Songs wie „Lilith Immaculate“, Dauerbrenner der Marke „Tortured Soul Asylum“, „Her Ghost in the Fog“ oder „Cruelty Brought Thee Orchids“ sowie die Ballade „Nymphetamine“ – es war für jeden etwas dabei. Als Gewinn erwies sich die neue Keyboarderin Caroline Campbell, die auch als halbwegs passable Sängerin durchgeht – wenngleich mit ziemlich britischem Akzent. Mit „From the Cradle to Enslave” war dann nach nicht mal einer Stunde ziemlich abrupt Schicht im Schacht. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen.

 


[Primordial]

 

Amon Amarth zelebrierten ihren Headlinerstatus wesentlich deutlicher. Zu einer großen Show gehören eben auch die nötige Bühnendeko und ein wenig Wumms in Form von Pyro-Effekten. Auch musikalisch ließen die Schweden nichts anbrennen und feuerten einen Hit nach dem anderen in die nunmehr ziemlich große Zuschauermenge. Ob ganz neue Stücke wie „War of the Gods“, Klassiker wie “Death in Fire” oder das unvermeidliche “Pursuit of Vikings” – hier wurde alles abgefeiert. Zu “Guardians of Asgard” gab es dann ein Schweden-Death-Metal-Gipfeltreffen mit LG Petrov von Entombed, der sich schon mal für seinen bald folgenden Auftritt warm singen durfte. Denn die schwedische Legende sollte im Anschluss im Zelt auf die Bretter. Dort angekommen, war jedoch noch Onielar von Darkened Nocturn Slaughtercult dabei, die letzten Blutstropfen zu verspucken. Und bis das gesamte satanische Bühnebild abgebaut war und Entombed ihren Kram eingerichtet hatten verging so seine Zeit. Doch der Auftritt entschädigte für Alles. Ein echtes Oldschool-Feuerwerk, das natürlich in „Left Hand Path“ seinen Höhepunkt fand. Ein würdiger Abschluss des ersten Festivaltages.

 

Samstag:

 

Schon um Viertel vor zwölf ging es am Samstag auf der Hauptbühne weiter. Final Depravity konnten mit ihrem gesichtslosen Thrash/Death Metal keinen Blumentopf gewinnen. Auch Plenty of Nails, die mit guten Ansätzen begannen (ein sehr doomlastiger Song und ein griffiges Amon-Amarth-Riff), verloren sich ziemlich schnell in Beliebigkeit. Die Engländer Crimes of Passion fielen dann mit ihrem Mix aus Hard Rock und klassischem Heavy Metal zwar stilistisch etwas auf, als jedoch als dritter Song bereits Dios „Holy Diver“ erklang, war es Zeit für mich, auf die Zeltbühne zu schauen. Die hier aufspielenden Nachwuchs-Deather Sabiendas schafften es allerdings auch nicht, bei mir für bleibende Eindrücke zu sorgen. Von ganz anderem Kaliber sind da schon Trollfest. Nicht nur dass Frontmann Trollmannen die ersten Songs als singende Bierflasche performte, der Party-Humpa-Metal der Norweger kam bei der – im doppelten Sinne - breiten Masse durchweg gut an. Breit ist auch ein Stichwort, das gut zu Tankard passt. Obwohl Frontmann Gerre in Sachen Leibesumfang massiv an Breite eingebüßt hat. Diesen Umstand wusste er zu nutzen und hüpfte wie ein junger Gott über die Bühne. Neben neueren Sachen gab es natürlich jede Menge Klassiker wie „Zombie Attack“, „Chemical Invasion“, „The Morning after“ und natürlich „Empty Tankard“. Die dabei durchgeführten Circle Pits ließen mal wieder einigen Staub aufwirbeln.

 


[Belphegor]

 

Nach der von mir benötigten anschließenden Chill-out-Phase wurde es endlich so richtig böse auf der Hauptbühne. Belphegor ließen es mächtig krachen. Sowohl musikalisch mit Granaten wie „Lucifer Incestus“ als auch optisch mit reichlich totem und lebendem Fleisch auf der Bühne. Zum abschließenden „Bondage Goat Zombie“ kam dieser – nur mit ein paar Klebestreifen bekleidet – höchst selbst zum Einsatz. Danach war Sodom nur ein laues Lüftchen. Und nachdem ich den Bandklassiker „Sodomy and Lust“ lediglich am Refrain erkannt hatte, machte ich mich auf zum Zelt. Dies war eine wirklich sehr gute Entscheidung. Denn Todtgelichter entpuppten sich als die positive Überraschung des Festivals. Hatte ich die Hamburger Avantgarde Black-Metaller auf dem Ragnarök lediglich als „interessant“ empfunden (was auch daran lag, dass sie als letzte Band aufgetreten sind und ich im Geiste schon halb auf der Autobahn war), so war ich hier schlicht begeistert. Angefangen beim beeindruckenden Outfit „ganz in Weiß“, über die interessanten Songstrukturen bis hin zu den emotionalen Wechselbädern. Songs wie „Bestie“, „Neon“ oder das brutale „Blutstern“ gehen einem jedenfalls so schnell nicht aus dem Kopf. Danach war es gar nicht so einfach, wieder runter zu kommen und sich auf Wintersun zu konzentrieren. Die Finnen sind wirklich ein Phänomen. Vor acht Jahren ein Album veröffentlicht, vertröstet man die Fans seitdem Jahr für Jahr aufs Neue. Dennoch ziehen die Jungs um Mastermind Jari Mäenpää die Massen an. Der Gig wurde gnadenlos abgefeiert. Bei einer Spielzeit von 50 Minuten war das Debüt fast komplett dabei. Obendrauf gab es sogar den neuen Song „The Way of the Fire“. Was will man mehr? Das nächste Highlight sollte eigentlich mit Onslaught auf der Zeltbühne folgen. Doch die Engländer mussten leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Dafür durften Dawn of Disease in die Verlängerung gehen. Der stark nach Florida klingende Death Metal der Osnabrücker ist zwar alles andere als schlecht, aber da ich mich auf Onslaught ziemlich gefreut hatte – zumal ich sie noch nie gesehen habe – war meine Bereitschaft, Begeisterung zu empfinden doch sehr begrenzt. Es folgte mit Arafel eine weitere Band, die mir in Dessau wesentlich mehr zugesagt hat als einen Monat zuvor auf dem Ragnarök. Das mag daran liegen, dass der Sound deutlich besser war als in Lichtenfels, vielleicht aber auch daran, dass im Zelt eine wirklich enthusiastisch zu nennende Stimmung herrschte. Der Black Metal mit ziemlich viel Folk-Elementen kam nicht nur bei mir prächtig an. Die sehr sympathischen und äußerst engagiert wirkenden Musiker um Ex-Equilibrium-Sänger Helge Stang taten ihr übriges.

 


[Todtgelichter]

 

Klarer Headliner des zweiten Tages waren Arch Enemy. Schon den ganzen Tag über wurden alberne „Khaos Legions“ Armbinden verteilt, so dass nun jede Menge Leute damit herumliefen. Auf der Bühne wurde auch geklotzt: Lightshow, Videoanimationen, etc. Vielleicht hätte man aber lieber mal Sängerin Angela Gossow ordentlich briefen sollen, wo sie sich überhaupt befindet. Denn innerhalb kürzester Zeit dreimal „Hallo oder Danke Leipzig“ ins Volk zu schmettern, wobei noch nicht einmal das Bundesland stimmte, ist schon ziemlich peinlich. Die Zuhörer schien es aber kaum zu stören. Neben Amon Amarth gab es hier wohl die größte Zuschauerresonanz des Wochenendes. Ich machte mich dagegen wieder auf zur Zeltbühne, um den Rest von Secrets of the Moon zu sehen. Vom Drumsound abgesehen, klangen die norddeutschen Black Metaller recht ordentlich. Vielleicht gehört es zum nihilistischen Image, aber auf mich wirkte die Band zu distanziert. Ein paar Ansagen oder Worte zum Abschied dürfen es dann schon sein. Und so kam dann im letzten Song „Lucifer speaks“ nur der Lichtbringer höchst selbst zu Wort. Eisregen kann man vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie unkommunikativ sind. Schon beim ausgedehnten Soundcheck wurde das sich immer praller füllende Zelt mit Volksmusik gequält während die Musiker ihre Faxen machten. Was den Auftritt selbst angeht, steht meine Meinung im krassen Gegensatz zu der vorherrschenden Meinung vor Ort. Während die Band das Zelt zum Kochen brachte und ohne Ende abgefeiert wurde, fand ich es einfach nur erbärmlich. Und dass, obwohl ich Ende der 90er ein großer Fan der Thüringer gewesen bin. Doch von den morbiden Meisterwerken der Vergangenheit war heute nichts mehr zu hören. Dafür pseudoprovokanter Quark wie „Kai aus der Kiste“ oder „Das liebe Beil“. Zusätzlich war der Sound auch noch ziemlich mies, da die Band auf einen Bassisten verzichtete. Alles in allem also ein  enttäuschender Ausklang des Festivalsamstags.

 

Sonntag:

 

Sonntags halb Zwölf in Deutschland: Sachsen-Anhalt gibt sich zwar als Land der Frühaufsteher, doch bei Purify sind trotzdem nur ein paar Verstreute vor der Bühne. Die Pöbeleien des Sängers kamen zwar recht sympathisch rüber, den 0815-Thrash machte es aber auch nicht besser. Dass es auch ganz anders geht zeigten im Anschluss die Excrementory Grinfuckers. Trotz früher Stunde wurde es auf einmal richtig voll vor der Bühne. Musik machen zwar andere, aber mit Klamauk kann man auch für Stimmung sorgen. Und wo gibt es denn sonst David Hasselhoff  auf Grindcore zu hören? So schnell wie die Leute gekommen sind, so schnell sind sie auch wieder weg. Darunter leiden die V8 Wankers, die ihren Rotzrock vor einer doch überschaubaren Ansammlung von Zuhören spielen mussten. Doch die ganzkörpertätowierten Asis aus Offenbach kann so leicht nichts schocken (ich hab sie auch schon vor ein paar versprengten Heiden auf dem Rock for Roots spielen sehen). Souverän zockten sie ihre Rocknummern über die kleinen und großen Laster dieser Welt herunter – denn schließlich haben sie Eier aus Stahl! Deutlich voller wurde es wieder im Anschluss bei Kalmah. Doch mit dem Melodic Death Metal der Finnen konnte ich nicht viel anfangen, weswegen ich schnell ins Zelt schaute. Skadika aus Köln spielten halbwegs passablen Viking Metal. Blickfang ist die überaus blonde Sängerin, die aber recht rockig rüber kam und sich auch einen kleinen Seitenhieb gegenüber Angela Gossows Fauxpas vom Vortag nicht verkneifen konnte („Gestern wähnte ich mich zeitweise in Leipzig“). Die mehr als abgedroschene Coverversion „What shall we do with a drunken Viking“ war dann für mich der Anlass, zurück zur Hauptbühne zu gehen.

 


[Excrementory Grindfuckers]

 

Denn als nächstes kamen Arkona an die Reihe. Und auch im gleißenden Sonnenschein machten die Russen eine überaus gute Figur. Masha ist für mich die perfekte Frontsau. Ihr Stimmvolumen ist unglaublich, ihr Aktionsradius phänomenal. Die Musik tut ihr Übriges. Von partytauglich-folkig, über slawisch-melancholisch bis metallisch-brutal, die Stimmungen wechselten im Minutentakt. Leider war die Spielzeit viel zu kurz, so dass nicht einmal das obligatorische „Rus“ zum Abschluss gespielt werden konnte. Für mich – wie erwartet – die beste Band des Festivals. Reichlich Staub wirbelten im Anschluss die Suicidal Angels auf. Die Griechen lieferten ein Oldschool Thrash-Metal-Brett vom Feinsten. Destruction und Sodom können sich von diesen Jungspunden jedenfalls eine gehörige Scheibe abschneiden. Natürlich war es nicht originell und man hörte an manchen Stellen Exodus, Slayer oder Metallica deutlich heraus, aber es war so engagiert und mit Herzblut vorgetragen, dass man einfach mitmachen musste. So gab es reichlich Circle Pits und auch die ein oder andere Wall of Death zu bewundern. Equilibrium konnten mich dagegen weniger überzeugen. Sie machten zwar reichlich Stimmung, ich benötigte aber eine kleine Auszeit und suchte mir einen Sitzplatz im hinteren Bereich des Geländes.

 

Zu Amorphis ging es dann wieder nach vorne. Die Finnen starteten mit ein paar neueren Nummern aber auch dem alten Kracher „Against Widows“. Klang sehr viel versprechend, doch leider musste ich nun ins Zelt, weil dort die ungekrönten Könige des intelligenten, deutschsprachigen Black Metals aufspielten. Helrunar sind für mich eine der Bands der Stunde und legten wieder einmal einen souveränen Auftritt hin. Die Setlist war zwar fast identisch mit der vom Ragnarök, und natürlich war die Zeit mal wieder viel zu kurz, doch mit „Älter als das Kreuz“ setzten Skald Draugir und Co. den mehr als würdigen Schlusspunkt unter mein diesjähriges Metalfest - abgesehen von ein paar Tönen Kataklysm, die mich auf dem Weg zum Auto begleiteten. Schade, ich hätte gerne noch Watain gesehen, doch da ich am nächsten Tag arbeiten musste, machte ich mich lieber auf den Heimweg. Dennoch ziehe ich die hier praktizierte Freitag-Samstag-Sonntag-Kombination der sonst auf Festivals üblichen Donnerstag-Freitag-Samstag-Variante vor. Man braucht halt einen Tag weniger Urlaub zu nehmen. Wenn das Line-up stimmt, bin ich nächstes Jahr jedenfalls wieder dabei. Das Metalfest ist es wert, entdeckt zu werden.

 

Alexander Dontscheff – www.sounds2move.de

 

Link: www.metalfest.eu