Primordial „To the nameless Dead“ / VÖ 16.11.2007

 

 

Schon der Vorgänger “The Gathering Wilderness” konnte für ein positives Ausrufezeichen in der Flut neuer Veröffentlichungen sorgen. Und genau da setzt das neue Album der Iren Primordial auch an, nämlich auf hohem Niveau und mit einer Platte, die allen Ansprüchen gerecht zu werden scheint.

 

Denn „To the nameless Dead“ steckt alle Möchtegern-Pagan-Metal-Kapellen nicht nur mit Leichtigkeit in die Tasche, sondern zeigt auch wie man wirkliche Höhepunkte setzt, deren Berechenbarkeit angenehm niedrig ist. Dabei legt das Quintett nicht nur eine druckvolle Härte an den Tag, sondern auch akustischen Zwischenspielen wird Raum geboten, die dem herben Gesamtsound dieser Scheibe willkommenen Platz zum atmen gewähren. Als Beispiel sei an dieser Stelle etwa „Gallows Hymn“ erwähnt, das alle Stärken und den Facettenreichtum von „To the Nameless Dead“ vorzüglich repräsentiert. Wo viele andere Genre-Bands mit der Brechstange versuchen ihren Stücken eine epische Sternstunde zu verpassen, da vertrauen Primordial auf ihr Bauchgefühl – und liegen damit goldrichtig. Achtung, Blasphemie im Anmarsch: Mit diesem Dreher können Primordial guten Gewissens eine offene Herausforderung an die Finnen Moonsorrow aussprechen, mit denen man mittlerweile in Sachen Atmosphäre auf Augenhöhe sein dürfte. Ein ebenso großer Pluspunkt von „To the Nameless Dead“ ist, dass dieses Album explizit nicht nur für Genrefans seinen Reiz haben dürfte, sondern für nahezu jeden Metalfan etwas bereit zu halten scheint. So hat man mit diesem 55-Minüter sogar eine Kaum-Pagan-Metal-Hörer wie mich in Verzückung versetzen können, was hiermit nachhaltig als Kompliment aufgefasst werden darf.

 

Markus Rutten – www.sounds2move.de / 19.11.2007