Porcupine
Tree „Deadwing“ – Plattenkritik / VÖ 29.03.2005

Eines kann man Porcupine Tree, die anno 1987 in Großbritannien gegründet wurden kaum nachsagen, nämlich dass sie irgendwelchen Trends nachjagen. Unbeirrt geht das Quartett seinen Weg und liefert mit „Deadwing“ einmal mehr bodenständigen Progressive Rock mit einer Vielzahl an interessanten Einflüssen, bei denen von Metal-Riffing bis hin zu schwermütig-schönen und verspielten Popmelodien alles vertreten ist.
Das
aktuelle Album, bei dem es sich um die erste Veröffentlichung der Band nach dem
Signing mit Warner Music handelt kommt nicht wie von einigen befürchtet
mit angepassten, auf den Massengeschmack angeglichenen Songs daher sondern zeigt
Porcupine Tree von ihrer gewohnt anspruchsvollen, psychotischen Seite für
welche die Band nicht erst seit ihrem letzen Album „In Absentia“ von ihren
Fans abgöttisch geliebt wird. Die Band um Frontman Steven Wilson, der
2004 mit seinem Projekt „Blackfield“ für Aufmerksamkeit sorgen
konnte beweist auf „Deadwing“ einmal mehr dass die Musik innerhalb eines
Albums sowohl komplex, anspruchsvoll als auch eingängig und rockig sein kann,
ohne dass die Grundstimmung darunter zu leiden hat.
Die
ewigen Vergleicher werden bei diesem Album, auf dem auch Mikael Akerfeldt
(Opeth) zwei seiner Gitarrensolos
verewigt hat natürlich wieder die alten „klingt-nach-Floskeln“ aus dem
Schrank holen. So wird man sicher von manch Voreiligem zu hören kriegen dass
„Lazarus“ nach Coldplay, „Shallow“ nach U2 oder auch der
Anfang von „Open Car“ nach „One by One“ von den Foo Fighters
klingt. Doch diese halbgaren Anmaßungen sind in meinen Augen ziemlich haltlos.
Einen Ausverkauf muss nach dem Wechsel zum Major Label Warner jedenfalls kein
Fan befürchten. Vielmehr glaube ich dass Porcupine Tree nun gute Chancen haben
endlich die breite Anerkennung zu bekommen, die sie nicht erst seit dem genialen
„Signify“ (1996) verdient haben.