Minsk Security "Rebornation" / VÖ 11.01.2008

Die schweizerische Band mit dem russischen Bandnamen meldet sich hiermit zurück. Und während das 2005 veröffentlichte "S.A.F.E. I.N. M.I.N.S.K." noch von einer ordentlichen Orientierungslosigkeit durchzogen war, präsentiert sich die Band auf "Rebornation" nicht nur außerordentlich zielstrebig, sondern auch um ein gutes Stück gereifter.

Nachträglich betrachtet sind Minsk Security nicht mehr zu 100% mit "S.A.F.E. I.N. M.I.N.S.K." zufrieden, was vor allem dann nachvollziehbar ist, wenn man sich "Rebornation" zu Gemüte geführt hat. Ist die Band anno 2007 doch nicht mehr wieder zu erkennen, da zwischen "Rebornation" und "S.A.F.E. I.N. M.I.N.S.K." deutlich Welten liegen. Das ist auch der Grund, wieso die Band "Rebornation" als ihr erstes Album betrachtet, während "S.A.F.E. I.N. M.I.N.S.K." nur noch als Demo, als eine Zusammenfassung des damaligen Werdegangs gewertet wird. Und wenn man "Rebornation" nun also als Debütwerk wertet, dann muss in diesem Zusammenhang ganz klar konstatiert werden, dass Minsk Security zweifellos ein brandheißer Underground-Tipp sind, und dass "Rebornation" einen Einstand nach Maß darstellt. Zwar erfindet die Band mit ihrem Mix aus Thrash Metal und Alternative Rock das Rad nicht neu (was wohl auch niemand erwartet hätte), aber was soll's wenn man so gut unterhalten wird wie es bei "Rebornation" der Fall ist. Denn die Gitarren brutzeln angenehm hart und vor allem erdig, während Sänger Marc Reichen den Songs mit seiner ausdruckstarken Stimme den notwendigen Charakter verleiht. Zusätzlich beweisen Minsk Security aber auch in Sachen Songwriting ein glückliches Händchen, da es auf "Rebornation" von eingängigen und vor allem nackenbrecherischen Melodiebögen geradezu wimmelt. So groovt z.B. der Opener "Born to Lead" so was von geil durch die Botanik, vermag "Fear of the Black Hole" mit einem variablen Aufbau zu überzeugen, entpuppt sich "No Cure" als 7-minütiges und vor allem atmosphärisch dichtes Mini-Epos, wird bei "1349 Dead End" die Thrash-Keule überzeugend geschwungen, während bei "Revenge" eine gelungene Gitarrenarbeit agiert. Totalausfälle sucht man auf "Rebornation" auf alle Fälle vergebens, daher kann ich an dieser Stelle auch nicht mehr sagen, außer, dass man in dieses Album auf alle Fälle mal reinhören sollte. Es lohnt sich!

Von Minsk Security wird man in Zukunft sicherlich noch einiges hören, dessen bin ich mir sicher. Somit fällt es mir auch nicht schwer für "Rebornation" eine Kaufempfehlung auszusprechen und darauf zu verweisen, dass man dieses Album über QLR beziehen kann.

Nando Rohner – www.sounds2move.de / 20.01.2008