Faith And The Muse „: ankoku butoh :“ / VÖ 04.12.2009
William Faith und seine Muse Monica Richards lassen sich bekanntlich viel Zeit, bis sie eine neues Album herausbringen. So liegen zwischen dem letzten Studioalbum und dem vorliegenden “: ankoku butoh :“ geschlagene sechs Jahre. Aber das Warten hat sich mal wieder gelohnt. Es befinden sich zwar nur 13 Stücke auf dem mit knapp 48 Minuten ohnehin recht kurzen Album, von denen einige auch „nur“ kurze knapp einminütige Übergänge zwischen den „richtigen“ Songs sind, aber die Stücke haben es in sich. Eröffnet wird das Album, welches sich thematisch mit Elementen des japanischen Shintoismus und insbesondere dem japanischen Ausdruckstanz butoh beschäftigt, von einem sphärischen, getragenen Stück, „The Woman in the Snow“, welches wie das darauf folgende „Kamimukae“ von der Stimme Monica Richards’ lebt. Erst danach geht es mit „Blessed“ ans Eingemachte. Ein klassischer Gothic-Metal-Song, wie man es von Faith and the Muse in dieser Form gar nicht gewöhnt ist. Aber der Track funktioniert wunderbar. Harte Gitarren, gepaart mit Monicas zarter Stimme, da kann nicht viel schief gehen. Die „Battle Hymn“ ist ein weiteres Highlight auf der Scheibe, denn hier regieren orientalische Drums und Keyboardflächen, die den Song zu einem Dauerbrenner machen. Treibend und an Tribal erinnernd, versetzt einen das Stück beim Hören fast in Trance. Mit dem instrumentalen „Bushido“ geht es weiter. Hier werden die japanischen Taiko-Trommeln richtig zur Geltung gebracht. Die Trommeln sind auch in „Nine Dragons“ omnipräsent, bei dem William Faith erstmals auf dieser Scheibe zum Mikro greift. Aggressiv und ein gelungener Kontrast zur „Battle Hymn“. Mit „When We Go Dark“ folgt gleich der nächste Kracher, der zwar im Gothic Metal angesiedelt ist, dank der genialen Hookline und dem Refrain aber schon fast ins poppige abgleitet. „The Red Crown“ startet mit Tribal Drums und gehauchten Vocals von Monica, ehe so in der Mitte des Songs die Gitarren einsetzen. Mit „Kodoma“ liefern Faith and the Muse eine schöne Akustik-Ballade ab, ehe bei „She waits by the Wall“ wieder die Taiko-Trommeln in den Vordergrund rücken. „Sovereign“ ist eine Gelegenheit für William, sich gesanglich in Szene zu setzen, ehe mit dem schönen, atmosphärischen „To Be Continued“ das Album zum gekonnten Abschluss gebracht wird.
Aber nicht nur das Album selbst hat es in sich. Auch mit dem Bonusmaterial hat die Band sich nicht lumpen lassen. Das Album erscheint im Din A5-Format mit schönem Booklet und einer prall gefüllten Bonus-DVD, auf der neben einem Konzertmitschnitt auch Video-Clips und ein Interview mit Faith und Richards zu finden sind. Klare Kaufempfehlung!
Steve Palaser – www.sounds2move.de / 24.02.2010